Nixen, Sirenen und Wasserfrauen gibt es auf der ganzen Welt. Sie kommen in allen Kulturen und zu allen Zeiten vor. Die Meerjungfrau nimmt als Archetyp in zahlreichen Kulturen eine faszinierende Rolle ein. Ihre Symbolik ist vielschichtig und spiegelt unterschiedliche Aspekte von Weiblichkeit und der tiefen Verbindung des Menschen zum Meer wider.
Mami Wata spielt eine wichtige Rolle im spirituellen und gemeinschaftlichen Leben vieler afrikanischer Gesellschaften. Sie wird oft für Schutz, Wohlstand und Führung in Zeiten der Not aufgerufen. Gemeinschaften bitten um ihre Gunst für erfolgreiche Fischereiergebnisse oder landwirtschaftliche Ernten.
In asiatischen Kulturen finden sich vielfältige Deutungen der Meerjungfrau-Symbolik. So wurde in Vorderasien die fischschwänzige Mondgöttin Derketo verehrt. Auch die indische Gottheit Vishnu, der „Welterhalter“, wurde bisweilen als vierarmige Frau mit dem Unterleib eines Fisches dargestellt. In Südostasien gilt Suvannamaccha aus dem indisch geprägten Ramayana als Meerjungfrauenprinzessin, die einem Helden beim Bau einer Brücke über das Meer hilft.
In Japan wird die Ningyo, eine Art Meerjungfrau, als Kreatur mit übernatürlichen Kräften beschrieben, die Unglück oder Glück bringen kann. Wer von ihrem Fleisch esse, könne Unsterblichkeit erlangen.
In der chinesischen Mythologie gelten Meerjungfrauen oft als Zeichen für Glück und Wohlstand. Ihre Stärke sind spirituelle und heilende Eigenschaften.
In Brasilien und anderen Regionen Lateinamerikas existieren Wasserfrauen wie die Iara, die Männer mit ihrem Gesang und ihrer Schönheit anzieht. Auch hier verbindet sich die Verlockung des Wassers mit Gefahr. Das Wasserwesen wird zur Erklärung für Vermisste, Ertrunkene und rätselhafte Ereignisse an Flüssen oder Küsten.
Die javanische Seegöttin Ratu Kidul, die Inuit-Gottheit Sedna, die brasilianische Yemanjá und die baltische Göttin Jurata gehören ebenfalls zum Kreis der Meeresgöttinnen. Die slawische Rusalka war mit Fruchtbarkeit, Vegetation und dem Jahreslauf verbunden.
Die Fotos dieser Nixen konnte ich nur in einigen Fällen im Ursprungsland machen. Die meisten Objekte habe ich in Museen, in Ausstellungen, bei Sammlern oder im Handel entdeckt und fotografiert.
Nixen+Wasserwesen - Foto-Sammlung