Monika Frei-Herrmann Gestaltung | Fotografie
Monika Frei-HerrmannGestaltung | Fotografie

In Köln daheim

Brunnen in der Kölner Altstadt

Die Brunnendichte in der Kölner Altstadt ist enorm. Ich vermute, es sind sicher 40 Brunnen. So nach und nach werde ich alle fotografieren. Hier zunächst die Brunnen, mit denen jede Stadtführung beginnt. Schwerpunkt ist natürlich Karneval und Kölner Geschichten.

 

Heinzelmännchen Brunnen

Der Heinzelmännchen-Brunnen in Köln befindet sich südlich des Roncalliplatzes in unmittelbarer Nähe zum traditionellen Brauhaus „Früh am Dom“ und zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

 

Der Brunnen wurde im neugotischen Stil gestaltet und errichtet. Anlass war der hundertste Geburtstag des Volksdichters August Kopisch.

 

Der Aufbau des Heinzelmännchen-Brunnens besteht aus einem Mittelteil, der auf einem dreibeinigen Sockel ruht. Unter dem Sockel ist das Wasserbecken angelegt.
Auf der oberen Ebene des Brunnens ragt die Figur der Schneidersfrau empor. Mit einer Leuchte lauert sie in der Nacht den Heinzelmännchen auf, die sie zuvor mit einer List zu Fall gebracht hatte. Eine Ebene darunter befinden sich an einer Sandsteinmauer acht Reliefs, die die Berufsständen abbilden, denen die Heinzelmännchen gerade helfen: Handwerker, Bäcker, Metzger und Schneider.

 

Wer waren die Heinzelmännchen?

Die Sage der Kölner Heinzelmännchen wurde erstmals 1826 vom Kölner Schriftsteller Ernst Weyden in der Domstadt lokalisiert und schriftlich festgehalten. Aber erst 1836 wurde die Kölner Volkssage populär durch das Gedicht „Die Heinzelmännchen zu Cölln“ von August Kopisch.

 

Die Sage berichtet: Heinzelmännchen waren gutgesinnte Kölner Hausgeister, die nachts, während die Menschen schliefen, deren Arbeit verrichteten. Die List der neugierigen Schneidersfrau liess die Heinzelmännchen auf ihren ausgestreuten Erbsen ausrurschen und die Treppe hinabstürzen. Daraufhin verschwanden die Heinzelmännchen für immer aus Köln.

  • Entwurf: Dombildhauer Edmund Renard und Sohn
  • Erbauer|Jahr: Architekt Heinrich Renard | 1899
  • Renovation|Jahr:
  • Stiftung: Kölner Verschönerungsverein
  • Adresse: Am Hof 12-14, 50667 Köln

 

Jan van Werth Brunnen

In der Mitte des Alter Markt steht seit 1884 ein Brunnen mit dem Jan-von-Werth-Denkmal, ein beliebter Treffpunkt für Paare, Touristen, Karnevalisten. 

 

Der Monumentalbrunnen wurde vom Künstler Wilhelm Albermann erschaffen. An der Nord- und Südseite des Brunnens sind die Wehrhaftigkeit und Reinheit der Stadt dargestellt, der Kölner Bauer und die Kölner Jungfrau. An den Seiten sieht man Szenen aus der Legende: Den betrübten Jan, von Griet verschmäht, und Griet, die Jan ihre Hand zum Gruß entgegenstreckt, als er als hochdekorierter Reitergeneral nach Köln zurückkommt.

 

Und das ist die Legende von Jan und Griet: In der Geschichte weist die junge Griet den um sie werbenden Knecht Jan als schlechte Partie ab. Dieser zieht daraufhin in den Dreißigjährigen Krieg und wird zum erfolgreichen Reiter-General. Bei seiner Rückkehr nach Köln zieht er triumphierend und bejubelt durch das Severinstor, wo er auf dem Markt seine einstige große Liebe, die Griet, erblickt. Er zieht seinen Hut und sagt: Griet, wer et hätt jedonn!" (Griet, wer es getan hätte) und sie antwortete ihm "Jan, wer et hät jewoss!" (Jan, wer konnte das wissen). Er aber steigt auf sein Pferd und reitet weiter.

  • Entwurf: Künstler Wilhelm Albermann
  • Erbauer|Jahr: 1884
  • Renovation|Jahr:
  • Stiftung:
  • Adresse: Jan-von-Werth-Brunnen, Alter Markt 38, 50667 Köln

 

Ostermann Brunnen

Der Ostermann-Brunnen wurde auf dem Ostermannplatz in der Kölner Altstadt im Martinsviertel von Willi Klein aus einem Muschelkalkblock gestaltet. Der Ostermann-Brunnen prägte den Typ des Fastnachts- Karnevals- oder Narren- Brunnens.

 

»Am Brunne, om Ostermanns-Plääzge / en Stein sühst däm Will all sing Krätzge« Der hier von Ludwig Sebus besungene Brunnen wurde an Weiberfastnacht 1939, drei Jahre nach dem Tode von Willi Ostermann, eingeweiht. In Lebensgröße dargestellt sind fünfzehn um einen dreieckigen Sockel gruppierte Figuren aus Ostermanns Liedern – darunter de Tant, et Stina und et Billa (et = es, Frauen sind im kölschen sächlich).

 

Wer war Willi Ostermann?

Kölns größter Lied- und Heimatdichter Willi Ostermann (1876-1936) komponierte und textete ab 1899 zahlreiche humoristische Lieder, die er auch selbst als Sänger vortrug und die bis heute zum karnevalistischen Erbe der Domstadt gehören. Seine Lieder der Kölschen Kultur und Lebensart sind aus dem Karneval nicht wegzudenken. Zu den bekanntesten Evergreens gehören Lieder wie "Däm Schmitz sind Frau eß durchjebrannt", "Einmal am Rhein" und natürlich die kölsche Hymne "Heimweh nach Köln".

  • Entwurf: Bildhauer Willi Klein | 1938
  • Erbaut: 1939
  • Renovation: Kriegsschäden | 1949
  • Umgestaltung: Jürgen Hans Grümmer | 1974
  • Adresse: Ostermannplatz, 50667 Köln

Fastnachts Brunnen

Der Fastnachts-Brunnen wurde auf dem Gülichplatz errichtet, zwischen dem Standesamt und dem Rathaus in unmittelbarer Nähe zum Wallraf-Richartz-Museum.

 

Der  gestaltete den Kölner Fastnachts-Brunnen. An der Außenseite der hohen Brunnenschale sind vier Paare im Tanz dargestellt. Auf der Spitze einer hohen Spindel, die sich aus der Mitte der Brunnenschale erhebt, befindet sich ein trommelschlagender Putto mit Pfeife im Mund. Eine Erinnerung an den Stifter des Brunnens. Fische, die zu einer Kugel angeordnet sind, speien Wasser in die Schale. Alle Motiven - Rote Funken - tanzende Paare der Hellige Knäächte un Mägde -  musizierende Putten - stehen für das fröhliche Treiben des Fastelovend.

 

Treffpunkt: Nicht nur an den sechs Samstagen nach Karneval können "Suchende" sich am Fastnachtsbrunnen wieder finden.

  • Entwurf: Bildhauer Georg Grasegger (1893–1927)
  • Erbauer|Jahr: 1913
  • Renovation|Jahr:
  • Stiftung: „Haus Neuerburg“, eine ehemalige Zigarettenfabrik.
  • Adresse: Obenmarspforten 9, 50667 Köln

Frauen Brunnen

Im Innenhof des Farina-Hauses steht der Frauen-Brunnen mit dem Titel „Frauen im Wandel der Zeit“. Die Skulpturensäule zeigt den Stammbaum der Kölnerin. Zehn Frauenpersönlichkeiten aus der 2000-jährigen Stadtgeschichte Kölns sind verewigt – zwischen der Ubierin aus der Zeit um Christi Geburt und der Frau heute

 

Der Frauen-Brunnen ist ein kunsthandwerkliches Objekt der Keramikerin Anneliese Langenbach (1926-2008). Die zehn farbigen Reliefdarstellungen der Frauen sind um eine Säule angelegt. Gewänder und Haltung der Frau lässt Herkunft, Beruf und die Mode der Zeit vermuten. Leider fehlt dem Brunnen das Wasser. Nur der Gitterrost am Fusse des Terrakottasäule lässt vermuten, dass hier ein Brunnen geplant war.

 

Wer ist Kölnerin?

1.Ubierin (5 n. Chr.) Die ersten Kölschen Frauen waren Ubierinnen, ein am Rhein ansässiger Germanenstamm.
2.Römerin (50 n. Chr.) Mit den Römern kam der Aufschwung an den Rhein. Agrippina, Gattin von Kaiser Claudius, sorgte dafür, dass Köln die Rechte einer Kolonie bekam: CCAA – Colonia Claudia Ara Agrippinensium.
3.Fränkin (um 455) Christianisierung und Eroberung Kölns durch die Franken.
4.Die heilige Ursula Schutzpatronin der Stadt, Basis der Legende um die 11.000 Jungfrauen und dem damit verbundenen Reliquienkult.
5.Frau im Mittelalter (um 1400) Sie gründen eigene Zünfte z.B. die Zunft der Garnmacherinnen, Seidenmacherinnen und Goldspinnerinnen.
6.Jüdin (1420) Die jüdische Gemeinde Kölns war die älteste jüdische Gemeinschaft nördlich der Alpen, aber 1424 werden die Juden aus Köln vertrieben. Der Frauen-Brunnen befindet sich im alten jüdischen Viertel.
7.Niederländerin (1600) die mit vielen Protestanten in das konfessionsoffene Köln kamen.
8.Italienerin (18. Jahrh.) die als italienische Parfumeurin Johann Maria Farina sich hier niederließ und das „Eau de Cologne" erfand.
9.Preußin (1832) Keine gute Zeit für Frauen, die 1814 mit der Besetzung Kölns durch die Preußen ihre Rechte verloren.
10.Kölnerin (1987) Darstellung einer alleinerziehende Mutter? Die starken frauenbewegten Jahre der Kölnerinnen liegen fast 20 Jahre zurück.

  • Entwurf: Anneliese Langenbach (1926-2008)
  • Erbauer|Jahr: 1987
  • Renovation|Jahr:
  • Stiftung:
  • Adresse: Innenhof Farina-Haus, Obenmarspforten 21, 50667 Köln

Tier Brunnen

Der Tier-Brunnen wurde auf einer Grünfläche neben der romanischen Kirche Groß Sankt Martin errichtet.

 

Ursprünglich besaß der Zierbrunnen einen vierköpfigen Wasserspeier gekrönt von einer Taube aus Bronze. Auf der achteckigen Wanne aus Granit saßen eine Landschildkröte und eine Eidechse aus Marmor sowie eine im Brunneboden befestigte Schlange.

  • Entwurf: Architekten Prof. Joachim Schürmann
  • künstlerisch gestaltet: Bildhauern Theo Heiermann, Elmar Hillebrand.
  • Erbauer|Jahr: 1980
  • Renovation|Jahr: 2023
  • Stiftung:
  • Adresse: An Groß St. Martin 3-4, 50667 Köln